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Wolfgang Hubach | Helga Köbler Stählin | Elisabeth Jucker | Alex Rajcsányi | Margit Raven | Chris von Burkersroda | Ludwig Mahner | Wer sind wir?

Chris von Burkersroda

 

geboren 1947 in Gunzenhausen/Mfr., wohnt in Dossenheim. Er schreibt Geschichten und Gedichte für Kinder, Erwachsene und erwachsene Kinder, Übersetzungen aus dem Französischen. Veröffentlichungen in Rundfunk, Literatur- und Tageszeitungen, Anthologien. Diverse Auszeichnungen.

 

 

Textproben

 

Andy Nörgler

 

Du siehst mit dick verquoll'nen Augen

am Glückseuter nur and're saugen:

Dein Nachbar, achtzig, pumperl'gsund,

du fünfzig – fühlst dich wie ein Hund!

Der Schmitz – verflixt, hat der 'ne Frau!

… da wirkt die Deine mausegrau!

Kunz hat geerbt, ist jetzt steinreich,

dein Chef hat alles das zugleich!

Du fühlst dich alt und krank und dumm

und nimmst es deinem Schicksal krumm.

 

So vegetierst du hin – betrübt,

für Selbstmord noch zu ungeübt,

und haderst mit des Lebens Schwere –

erlaub', dass ich mich für dich wehre:

Weil's dir laut Körperbau verbeten

dich selber hinten reinzutreten,

tu ich's für dich mit Saft und Kraft,

auch wenn es eine Spaltung schafft! –

Damit du aufhörst rumzuleiden,

lernst, worum and're dich beneiden!

 

Bedenk, es misst der Millionär

sein Lebensglück am Milliardär,

der Milliardär am Trilliardär –

die Tragik liegt im Immer mehr!

Schluss mit dem Ständig-Überbieten –

auch du hast schließlich 'was zu bieten!

Neidhammelherden – sich belügend

und selbst betrügend – gibt's genügend!

 

Drum steh – eh du dein Glück verpasst –

vergnügt zu dem, was du nicht hast!

 

"Und dann das…", Überwald Verlag, 2007

 

 

Adam und der genetische Klingel-Defekt

Ausschnitt:

… Vor ihm eine kaum übersehbare Karawane von reichlich beladnen Kofferkulis und den dazugehörenden Passagieren. Vorwiegend Männer.

Plötzlich synthetisch aber unüberhörbar aus irgendeiner Tasche: Beethovens Elisen-Thema. Sekundengleich war die Ruhe dahin. Über fünfzig Männerarme vollführten urplötzlich marionettenhafte hektische Bewegungen. Klopften wie einstudiert ihren Körper von Brust- bis Gesäßtasche ab, um sich der orchestralen Kontrollinstanz zu fügen. Es war wie ein Kasperle-Theater. Er selbst mitten drin! Erst als einer "Alles o.k. Baby!" in seine Handmuschel zu brüllen schien, trat wieder kollektive Ruhe ein. Aufatmen! …

 

"Und dann das…", Überwald Verlag, 2007

 

Publikationen

 

Tagtäglichkeiten und andere Geschichten,

Specklein'sche Verlagsanstalt Heidelberg

 

Menschlichkeiten – meistens heiter (Gedichte)

Specklein'sche Verlagsanstalt Heidelberg

 

Beiträge in div. Anthologien

 

 

 

 

 

Bezugsquelle:
beim Autor