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Wolfgang Hubach | Helga Köbler Stählin | Elisabeth Jucker | Alex Rajcsányi | Margit Raven | Chris von Burkersroda | Ludwig Mahner | Wer sind wir?

Alex Rajcsányi

 

1952 geboren, lebt in Sandhausen. Realschullehrer. Schulbeauftragter für den Religionsunterricht. Gedichte und Geschichten sind seit 1989 in Anthologien, Literaturzeitschriften, Kalendern, Lesebüchern und 4 eigenen Büchern erschienen. Verschiedene Auszeichnungen.

 

 

Textproben

 

Oktoberlyrik

 

Verträumter Oktober reimt

Wonne auf Sonne und

holden auf golden

 

schreibt Blatt um Blatt

bunte Metaphern und malt

seinen üppigen Klängen

Kulissen von süßherbem Duft

 

Leise, ja zag fast und zärtlich

liest seine verzauberten Verse

ein werbender wispernder Wind

 

Hör die Magie dieser Stimme

Entschlüssle die Chiffren

die wissen von Lust und von

Sattsein und Sterben

"Und dann das…", Überwald Verlag, 2007

 

Lektion

 

Einen ansehnlichen

durchaus honorigen

weise und wichtig

blickenden Endvierziger

traf ich heut

Morgen vor meinem

Badezimmerspiegel

 

Mein Gott

bin ich erschrocken

 

Ein Lächeln missriet

Zu starr die Maske

des Erwachsenen

Das machte mich lachen

und ich erkannte mich

"Festtagsgrüße aus der Verseschmiede", 2010

 

In allen Zeiten Du

 

Du lebst im Gestern, Heute, Morgen.

Und wenn du gehst, stirbt alle Zeit.

In dir sind Süd, West, Ost und Norden

in kostbarster Einmaligkeit.

 

Bist Genius im Hauch der Tage.

Bist eine Null in großer Zahl.

Bist Antwort, Hoffnung, off’ne Frage.

Bist der du bist. Und hast die Wahl.

 

In dir sind Ängstlichkeit und Größe.

Wohnt Sehnsucht neben dumpfem Sein.

Lauern Erbärmlichkeit und Blöße

in allem Siegen, allem Schein.

 

Wie Gras im Wind verweht dein Leben.

Ein Schluck bist du im Meer der Zeit.

Nur Lieben kann Vergehn verweben

in göttliche Unendlichkeit.

 

 

Sommertreiben

 

Der Sommer hängt am Bungeeseil,

taucht zischend ein ins Nass,

liegt eingeölt am Mittelmeer

und hat beim Rafting Spaß.

 

Der Sommer brütet in Büros,

hüllt Arbeiter in Schweiß,

hockt träg in jedem Gartenstuhl,

ist brandgefährlich heiß.

 

Der Sommer glutet überm Feld,

verbrennt der Halme Rest,

entzündet bunte Lampions

zum Sommerstraßenfest.

 

Der Sommer geht direkt ins Blut.

Er summt, er kocht, vibriert.

Kämpft gegen die Vergänglichkeit.

Gibt alles. Und verliert.

 

 

Publikationen

In unbewusstem Hoffen

Gedichte und Geschichten
Verlag Kleine Schritte, Tirer 2015

 

Festtagsgrüße aus der Verseschmiede –

Glückwunschpoesie
Verlag Kleine Schritte, Trier 2010

 

Von dir und mir –

Gedichte und Geschichten
Verlag Kleine Schritte, Trier, 2004
 

In allen Zeiten Du –

Gedichte und Geschichten
Verlag Kleine Schritte, Trier, 2000

 

Was zählt

Gedichte und Prosatexte, 1995
 
Beiträge in div. Anthologien

 

Bezugsquelle:
beim Autor